Ich weiss nicht ob ich das erwähnt hatte, aber der Grund, weshalb ihr ein Nicht-Tauf-Fest hattet und kein Tauf-Fest, ist, dass ihr, wer hätte es gedacht, nicht getauft wurdet. Der Grund dafür liegt darin, dass ich euch das ersparen wollte, was ich durchmachen durfte: drei Jahre lang regelmässig in die Kirche zu gehen, in der man entweder nichts verstanden hat (nicht dass man es akustisch nicht verstanden hätte, aber es hat mir damals bereits keinen Sinn gemacht) oder es schlicht langweilig fand. Religion als solches kann recht interessant sein (wobei ich allerdings mehr die kulturellen Aspekte meine, und weniger die eigentlich religiösen), aber die Taufe kommt halt auch mit anderen Sachen.
Ausserdem: wer bin ich, dass ich wüsste, welchen Glauben (falls überhaupt) ihr jemals annehmen werdet oder wollt? Das soll euch freigestellt sein. Wollt ihr dem Islam beitreten? Go for it, Wollt ihr den christlichen Glauben annehmen? Kein Problem! Wollt ihr an das Spaghettimonster glauben? You got it! Es ist eure Entscheidung.
Dazu kommt, dass ich den christlichen Glauben abgelegt habe. Nicht seine Werte, weil die immer noch gut sind, aber, um es in den Worten Denis Diderot auszudrücken: “Will Gott Böses verhindern, kann es aber nicht? Dann ist er impotent. Kann er es, aber will es nicht? Dann ist er bösartig.”
Wenn Gott omnipotent ist und alles sieht und alles machen kann und im Prinzip gutherzig ist, weshalb lässt er dann all die Kriege zu, in welchen Babies sterben? In deren Hunderte von tausenden von unschuldigen Menschen das Leben genommen wird, während andere, nicht so unschuldig Menschen davon profitieren? Wenn die Antwort dazu “Gottes Wege sind unergründlich” ist, dann kann mir der Unergründliche getrost weg bleiben. Wenn Gott uns die ganze Zeit Prüfungen auferlegt, dann ist sein Glaube in uns bedeutend kleiner als der Glaube von uns an ihn.
Napoleon Bonaparte schrieb: “Der Glaube ist nicht der Anfang, sondern das Ende allen Wissens.” und hatte damit absolut Recht. Egal wie man es ausdrückt: entweder fängt der Glaube dort an, wo das Wissen endet, oder er hört dort auf, wo das Wissen beginnt, aber dennoch ist eine Trennung der Beiden unausweichlich.
Der wichtigste Beitrag zu Göttern kommt witzigerweise vom Dalai Lama, der schrieb: “Auch Götter sterben, wenn niemand mehr an sie glaubt”. Zieht euch das mal rein, es ist das Wahrste überhaupt: sobald niemand mehr an einen Gott glaubt, endet dessen Existenz, weil ihn niemand mehr kennt.
Was mich schlussendlich zu meinem eigentlichen Punkt führt. Es ist egal, woran ihr glaubt. Es ist egal, welche Religion ihr annehmt, als ihr es überhaupt tut. Ich bin religionslos, ich gehe keiner Religion nach. Das macht mich nicht zu einem schlechten Menschen. Meine Taten machen mich zu einem guten oder schlechten Menschen. Nicht der Glaube an etwas, das nicht bewiesen werden kann.
Deshalb: ich mache euch nicht allzuviele Regeln, oder versuche es zumindest nicht, aber es gibt eine Regel, an die ihr euch immer halten solltet: “Seid keine Arschlöcher”. Oder wie es wieder der Dalai Lama gesagt hat: “Ich glaube, dass die einzig wahre Religion darin besteht, ein gutes Herz zu haben.” Versucht euch in andere Menschen einzufühlen und zu erahnen wie diese Person auf euch reagieren wird, wenn ihr bestimmte Sachen macht, das hilft euch zu entscheiden, ob ihr sie machen sollt oder nicht.